Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom vor allem dann, wenn im Haus wenig verbraucht wird: mittags, wenn viele Menschen außer Haus sind. Ein Batteriespeicher verschiebt einen Teil dieses Stroms in den Abend und die Nacht. Ob sich das für Sie rechnet, hängt davon ab, wie Sie Strom nutzen, wie groß Anlage und Speicher sind und welche Preise Sie für Netzstrom zahlen und für eingespeisten Strom erhalten.
Eigenverbrauch und Einspeisung
Solarstrom, den Sie erzeugen, kann zwei Wege nehmen:
- Eigenverbrauch: Sie nutzen den Strom direkt im Haus und müssen dafür keinen Strom aus dem Netz kaufen. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt eine Kilowattstunde zu Ihrem Haushaltsstrompreis.
- Einspeisung: Strom, den Sie nicht selbst brauchen, fließt ins Netz. Dafür erhalten Sie eine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), deren Höhe sich nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme und der Anlagengröße richtet.
Weil die Einspeisevergütung für neue Anlagen seit Jahren deutlich unter dem Preis für Haushaltsstrom liegt, ist selbst genutzter Strom in der Regel mehr wert als eingespeister. Genau hier setzt der Speicher an: Er erhöht den Anteil des Solarstroms, den Sie selbst nutzen.
Hinweis zur Rechtslage: Die aktuellen Vergütungssätze veröffentlicht die Bundesnetzagentur. Nach deren Angaben ist das EEG 2023 bis zum 31.12.2026 anwendbar; eine Nachfolgeregelung war im Oktober 2026 noch in der parlamentarischen Beratung. Wer eine Anlage plant, die erst 2027 in Betrieb geht, sollte sich vor Vertragsabschluss über die dann geltenden Regeln informieren. Aktuelle Zahlen finden Sie auf unserer Seite Förderung.
Wann ein Speicher sinnvoll sein kann
Ein Speicher passt eher, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:
- Ihr Stromverbrauch liegt überwiegend am Abend, in der Nacht oder am frühen Morgen,
- die Photovoltaikanlage erzeugt tagsüber regelmäßig deutlich mehr, als Sie gleichzeitig verbrauchen,
- Sie haben einen vergleichsweise hohen Jahresverbrauch, etwa durch eine größere Familie, ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe,
- Sie möchten unabhängiger von steigenden Strompreisen werden und nehmen dafür höhere Anfangskosten in Kauf.
Weniger überzeugend ist ein Speicher, wenn ohnehin ein großer Teil des Stroms tagsüber verbraucht wird, etwa im Homeoffice mit tagsüber laufenden Geräten, oder wenn die Anlage klein ist und kaum Überschuss erzeugt.
Realistisch bleiben: Eine vollständige Unabhängigkeit vom Netz erreicht ein Einfamilienhaus mit Photovoltaik und Speicher in Deutschland praktisch nicht, weil im Winter wenig Solarstrom anfällt. Auch die Lebensdauer spielt eine Rolle: Die Verbraucherzentrale nennt für Batteriespeicher eine erwartete Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren, während Solarmodule deutlich länger Strom liefern können. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte daher einen späteren Ersatz des Speichers berücksichtigen.
Die richtige Größe: lieber passend als groß
In der Praxis werden Speicher häufig zu groß gewählt. Ein überdimensionierter Speicher wird an vielen Tagen nicht vollständig geladen oder nicht vollständig entladen, steigert den Eigenverbrauch kaum noch und verursacht trotzdem höhere Kosten. Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel etwa 1,5 Kilowattstunden Speicherkapazität pro 1.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch.
Bei der Auslegung sollten Sie und der Fachbetrieb unter anderem berücksichtigen:
- Ihren tatsächlichen Jahresverbrauch und dessen Verteilung über den Tag,
- die geplante Leistung der Photovoltaikanlage,
- absehbare Veränderungen, etwa ein geplantes Elektroauto oder eine Wärmepumpe,
- ob der Speicher später erweiterbar ist, falls sich der Bedarf ändert,
- ob eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion gewünscht ist.
Bitten Sie den Anbieter, die Wirtschaftlichkeitsrechnung offen darzulegen: Welche Strompreisentwicklung ist angenommen, welche Lebensdauer des Speichers, welcher Eigenverbrauchsanteil mit und ohne Speicher? Rechnungen, die sehr stark steigende Strompreise oder eine ebenso lange Lebensdauer von Speicher und Modulen voraussetzen, sollten Sie kritisch prüfen.
Kombination mit Wallbox und Wärmepumpe
Ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe verändert die Rechnung, weil beide viel Strom verbrauchen und sich zum Teil zeitlich steuern lassen.
Wallbox
Wer tagsüber laden kann, etwa am Wochenende oder bei Arbeit von zu Hause, nutzt Solarstrom direkt im Auto. Eine Wallbox mit Überschussladen passt die Ladeleistung an die gerade verfügbare Solarleistung an. Der Hausspeicher ist für das Laden eines Autos meist zu klein; er versorgt eher den Haushalt am Abend.
Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe verbraucht den meisten Strom im Winter, wenn die Photovoltaikanlage am wenigsten erzeugt. Für Warmwasser im Sommer und in der Übergangszeit kann Solarstrom aber einen spürbaren Teil abdecken. Eine Steuerung, die die Wärmepumpe bei Solarüberschuss bevorzugt laufen lässt, und ein ausreichend großer Warmwasserspeicher können den Eigenverbrauch erhöhen. Wie sich Wärmepumpe und Altbau vertragen, erklärt unser Beitrag Wärmepumpe im Altbau.
Ein Energiemanagementsystem kann Photovoltaik, Speicher, Wallbox und Wärmepumpe aufeinander abstimmen. Fragen Sie bei der Planung, ob die Komponenten miteinander kommunizieren können, auch wenn Sie Wallbox oder Wärmepumpe erst später anschaffen.
Was vor der Planung am Dach geprüft werden sollte
- Ausrichtung und Neigung: Süddächer liefern mittags am meisten. Ost-West-Dächer verteilen die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag, was dem Eigenverbrauch entgegenkommen kann.
- Verschattung: Bäume, Gauben, Schornsteine oder Nachbargebäude können den Ertrag einzelner Module deutlich mindern.
- Zustand der Dacheindeckung: Muss das Dach in den nächsten Jahren ohnehin saniert werden, ist es meist sinnvoll, das vor der Montage zu erledigen. Ein späteres Ab- und Wiederaufbauen der Anlage verursacht zusätzliche Kosten.
- Statik: Bei älteren Dächern oder schweren Eindeckungen sollte geprüft werden, ob die Konstruktion die zusätzliche Last trägt.
- Elektrik: Zählerschrank und Hausanschluss müssen für die Anlage geeignet sein; das prüft der Elektrofachbetrieb.
- Denkmalschutz und Bebauungsplan: In manchen Fällen gelten örtliche Vorgaben; fragen Sie im Zweifel bei der Gemeinde nach.
Steuern, Anmeldung und Finanzierung
Für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen einschließlich Speicher gilt unter den Voraussetzungen des § 12 Abs. 3 des Umsatzsteuergesetzes ein Steuersatz von 0 %. Der Fachbetrieb weist das direkt auf der Rechnung aus. Die Anlage muss beim Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden; viele Fachbetriebe unterstützen dabei.
Für die Finanzierung bietet die KfW mit dem Programm Erneuerbare Energien Standard (270) einen Förderkredit, der vor Vorhabenbeginn über eine Bank beantragt wird. Daneben gibt es regional teils Zuschüsse für Speicher. Einen Überblick finden Sie unter Förderung.
Angebote vergleichen
Vergleichen Sie Angebote nicht nur nach dem Preis pro Kilowatt-Peak. Wichtig sind auch Modul- und Wechselrichterqualität, Garantien, Speichergröße und deren Begründung, die Montage einschließlich Gerüst, die Anmeldung sowie Wartung und Erreichbarkeit des Betriebs. Über Hauswende24 können Sie unverbindlich Angebote für eine Photovoltaikanlage anfragen.
